Ist es sinnvoll, Menschen einzusperren, weil sie nicht über ihre Genitalien sprechen möchten?

Die Idee zu „Genital Call“ entstammt der Auseinandersetzung mit Gerichtsprozessen in England und Schottland, in denen – häufig sehr junge – Menschen zu teilweise mehreren Jahren Haft verurteilt wurden, weil sie ihr bei Geburt zugewiesenes Geschlecht und das Aussehen ihrer Genitalien in Kontakt mit neuen (potentiellen) Partner_innen nicht offengelegt hatten.

Eine von uns initiierte Ausschreibung bat um Beschreibungen der eigenen Genitalien.

Sie war hauptsächlich an Cis*sexuelle adressiert, um gesellschaftlich als „natürlich“ und „normal“ eingeordnete Genitalien in einen juristischen Kontext zu platzieren und durch den Wechsel der Medien einer Verzerrung auszusetzen. Die visuelle Umsetzung dieser Beschreibungen wurde bei professionellen Gerichtszeichner_innen in Auftrag gegeben. Ausstellungsbesucher_innen konnten die Interpretationen der Gerichtszeichner_innen durch eigene Skizzen ergänzen.

Die eingereichten Texte wurden von elf Sprecher_innen eingesprochen und sind über Kopfhörer hörbar sowie auf einem Bildschirm in deutscher Gebärdensprache sichtbar.